Beginn der Weidezeit = Hufrehezeit?

 

Der Frühling ist endlich da und die Pferde warten sehnsüchtig auf den Start der Weidesaison. Doch Vorsicht – der Lenz hat auch seine Tücken!

Wenn Pferde an die Grasaufnahme noch nicht gewöhnt sind und gleichzeitig der Fruktangehalt auf den Weiden ansteigt, steigt auch die Gefahr für eine Hufrehe. Die Hufrehe an sich ist eine der gefürchtetsten Stoffwechselerkrankungen des Pferdes, die mit extremen Schmerzen in den Hufen und damit hochgradigen Lahmheiten verbunden ist.

 

Jedoch ist nicht nur das Frühlingsgras für einen Reheschub verantwortlich – es gibt noch viele weitere saisonunabhängige Auslöser für Hufrehe.

 

Wie erkenne ich Hufrehe bei einem Pferd?

  • Bewegungsunlust, ggf. Festliegen
  • Pferd läuft mit flachen, kurzen Schritten
  • deutliche Trachtenfußung mit Wendeschmerz, d.h. das Pferd fusst zuerst mit Ballen und
    Trachten auf
  • schmerzhafte Reaktion beim Abdrücken der Hufsohle mit einer Hufuntersuchungszange im Bereich der Hufbeinspitze
  • Pferd zittert oder schwitzt stark
  • starke klopfende Pulsation am Fesselkopf

 

Was ist in solchen Fällen zu tun?

  • Hufrehe kann in sehr kurzer Zeit entstehen, deshalb sofort den Tierarzt rufen!
  • Den Huf mit eiskaltem Wasser kühlen (die Hufrehe wird angehalten).
  • Der Tierarzt verabreicht in der Regel einen Gerinnungshemmer; oft wird auch ein Aderlaß empfohlen, um den Anteil der roten Blutkörperchen zu reduzieren (für eine bessere Durchblutung).
  • Ein Polsterverband mit Trachtenerhöhung sorgt für eine Entlastung des Hufspitzenbereichs.
  • Nach Überwinden der schmerzhaften Phase ist in den meisten Fällen ein orthopädischer Beschlag notwendig. Hierzu sollte das Ausmaß der Schädigung mit Hilfe von Röntgenbildern abgeklärt werden, um in Abstimmung zwischen Hufschmied und Tierarzt den individuell besten Beschlag zu wählen.

Welche Faktoren können eine Hufrehe auslösen?

1.      Übergewicht oder Stoffwechselerkrankungen, man spricht hier von einer Fütterungsrehe.

2.      Vergiftungen oder septische Allgemeinerkrankungen, z.B. durch.

  • Aufnahme von Giftpflanzen
  • Überdosierte Kortisongaben
  • Cortisolstoffwechselentgleisung beim Equinen Cushing Syndrom
  • Nachgeburtsverhaltung mit verbundener Endotoxinaufnahme

3.      Überbelastung beim Reiten bzw. Fahren durch das Abverlangen von schweren Belastungen auf hartem Boden, sprich eine Belastungsrehe.

 

Was passiert eigentlich bei einem Reheschub im Huf?

Anschaulich erklärt vom Deutschen Pferdeärzte Netzwerk, hier klicken und anschauen

 

Bei einer Hufrehe wird die Aufhängung des Hufbeins in der Hornkapsel zerstört. Aufgrund von schlechter Durchblutung im Bereich dieses Aufhängeapparates kommt es zu dessen Absterben mit einhergehender Zusammenhangstrennung. Die so entstandene Instabilität des Knochens (Hufbeins) in der Hufkapsel kann dazu führen, dass sich das Hufbein in seiner Position verändert.

Das Hufbein kann über die gesamte Länge nach unten absinken, wobei die Lederhaut der Hufsohle gequetscht wird oder es tritt die sogenannte Hufbeinrotation ein, bei der die Hufbeinspitze dem Zug der tiefen Beugesehne nicht standhalten kann und somit rotiert.

 

Bild: Fersing  / pixelio.de

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